Ein perfektes Wochenende in und um Oldenburg

Oder: Eine Ode an das Campen.

Über Himmelfahrt sind wir zu Besuch bei guten Freunden in Oldenburg. Für mich ist es das erste Mal in dieser Gegend in Deutschland. Es fühlt sich ein bisschen wie Reisen an. Neu und ungewohnt. Zur Begrüßung ruft man uns stets ein freundliches Moin Moin zu, die Landschaft ist flach und ich kann das Meer fast riechen. Der Wettergott ist auf unserer Seite. Sonne satt. Oldenburg ist ein kleines symphatisches Städtchen mit 160.000 Einwohnern und liegt nur etwas über eine Stunde Fahrtzeit von der Nordsee entfernt. Wir fahren mit dem Rad in die Stadt. Fahrrad fahren sie hier alle. Überall gibt es Radwege. Die Mädchen transportieren wir im Lastenrad*. Sie lieben es. Mit Hintergrundmusik aus dem Mp3 Player und Spielzeug in der Hand werden sie gemütlich durch Oldenburg kutschiert und können die Welt an sich vorbei ziehen lassen. Die Stadt ist nicht besonders groß, nach nur zehn Minuten sind wir schon in der Innenstadt. Es ist Freitag, und Freitag ist Markttag in Oldenburg. Wir kaufen saftige Erdbeeren vom Biohof und frisches Brot vom Bio Bäcker. Unser Highlight aber ist ein ganz anderer Stand: Seit ein paar Wochen sind wir im Fermentier Fieber. Bei „Is edel“ gibt es selbstgemachten, schmackhaften Kombucha, Kefir und Kimchi zu kaufen. Wir sind begeistert, dürfen alle leckeren Sorten verkosten und bekommen noch ein paar kostenlose Insider Tipps dazu. Robert erwirbt hier gleich „die Kombucha Mama“. Jetzt kann das Fermentieren richtig los gehen. Am nächsten Tag geht es für uns weiter an die Nordsee Küste. Wir wollen spontan campen. Am Campingplatz in Bensersiel bekommen wir so kurzfristig zum Glück noch einen Platz. Mit unseren zwei kleinen Zelten quetschen wir uns an eine Wiese zwischen Zaun und Parkplatz, aber nur wenige Schritte von der Nordsee entfernt. Der Campingplatz ist der Größte, den wir je gesehen haben, und der sauberste noch dazu. Was uns allerdings negativ auffällt: Die Menschen sind aller eher vom prolligen Schlag. Kopfhohe Zäune um die perfekt ausgestatten Wohnwagen mit Vorzelt, dass man ja keinen Blick ins Innere Reich des Campers erhaschen kann. Dazu Satelitten Schüssel und Rasenmäher für 10cm Rasen zwischen Strand und eigenem Reich. Wurst, Pommes, Fleisch und Bier. Dicke, sonnenverbrandte Haut. Primitive Gespräche. Wir fühlen uns leicht fehl am Platz, wie wir vor unseren einfachen Zelten mit zwei Kleinkindern, barfuß und in Haremshosen, auf Mandala Tüchern auf dem Boden sitzen. Zum Glück haben wir unser eigenes Essen dabei. Die Lage und Ausstattung des Platzes entschädigt jedoch für alles. Unsere Mädchen sind jedenfalls ganz begeistert. Das Meer direkt „vor der Haustür“ und zwei riesige Spielplätze. Essen auf dem Boden, sich dreckig machen, lange aufbleiben. Vor allem hier im Norden wird es erst um Mitternacht richtig dunkel. Camping ist einfach genau unser Ding. Es erinnert uns so sehr an unser Leben damals in Australien und Neuseeland, wo wir den ganzen Tag draußen waren, barfuß gelaufen sind, uns mit Flusswasser gewaschen haben, mit der Sonne aufgestanden sind, von Vogelgezwitscher geweckt wurden, keinen Strom und keinen Kühlschrank hatten, einfach in der Natur und glücklich waren. Kein TV, kein (oder wenig am) Handy, dafür achtsam für alle Kleinigkeiten, die uns den Tag über begegneten. Hier, auf diesem Campingplatz, fühlen wir uns wieder ein bisschen so. Auch wenn neben uns fette Wohnmobile stehen und wir nur eine Minute vom schicken Waschhäuschen schlafen. Wir verbringen einen entspannten Tag und eine gute Nacht hier, bevor es für uns wieder nach Oldenburg, und am selben Abend in die derzeitige Housesitting Heimat zurück geht.

 

  2 comments for “Ein perfektes Wochenende in und um Oldenburg

  1. Ingrid Menz
    10. Juni 2017 at 10:51

    Hallo Ihr Lieben,
    tolle Bilder und Eure Zeilen zum Nachdenken. Euch eine schöne Zeit
    Ini

  2. Irene Meints
    12. Juni 2017 at 10:33

    Hallo Julia, Robert und Frieda,
    das sind ja super Fotos – und ich freue mich, dass es es euch so gut gefallen hat! War schön, euch endlich auch mal persönlich kennenzulernen.
    Liebe Grüße und weiterhin schönes Reisen und Campen,

    Irene

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